Während einer Demonstration der AKKBB (Nationale Allianz für Religionsfreiheit) in Jakarta wurde der Demonstrationszug von Anhängern der radikalislamischen Organisation FPI (Islamische Verteidigungsfront) angegriffen.
Die Anhänger der FPI überfielen den Demonstrationszug, während einer Kundgebung am Nationaldenkmal “Monas” im Zentrum von Jakarta
Ca. 34 Demonstranten wurde durch Schläge mit Bambusstöcken verletzt.
Die Polizei hatte die Demonstranten der AKKBB zuvor gewarnt, da zur selben Zeit eine Demonstration von islamischen Gruppen gegen den Anstieg der Benzinpreise stattfinden sollte. Jedoch entschieden die Mitglieder der AKKBB ihre Kundgebung dennoch abzuhalten, auch gab ein Sprecher der AKKBB an, er sei nicht informiert worden, dass sich auch Mitglieder der FPI unter jenen befänden.
Insbesonders setzte sich die AKKBB für die Mitglieder der Ahmadiyah-Sekte ein. Die Ahmadiyah-Sekte war zuletzt starken und auch gewaltsamen Angriffen radikaler Muslims ausgesetzt, da Ihre Lehre (nach Meinung der FPI) einen Affront darstellt, da sie Muhammad nicht als den LETZTEN Propheten anerkennen.
Ein Sprecher der FPI bezeichnete die Angriffe als eine Reaktion auf Statements der AKKBB in einigen Zeitungsartikeln, die kurz zuvor erschienen waren.
Während der Auseinandersetzung waren zwar 1.300 Polizisten anwesend, die aber nicht eingriffen. Ein Sprecher der Polizei versuchte das Nicht-Eingreifen, durch eine befürchtete Eskalation zu rechtfertigen. Jedoch seien zahlreiche Fotoaufnahmen gemacht worden und die Verantwortlichen würden schnell zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Aktion der FPI wurde vom Großteil der politischen Parteien und auch den beiden größten Muslimorganisationen des Landes der Muhammadiyah und der NU verurteilt.
Din Syamsudin, der Vorsitzende der NU fand deutliche Worte:
Diese Aktion entspricht nicht der islamischen Lehre und wird das Bild des Islams beschädigen. Es ist ein Verbrechen, dass verfolgt werden muss. Ich hoffe jeder genug Selbstkontrolle aufbringt, um Anarchie und Gewalt zu verhindern
Sinngemäß ähnlich äußerte sich auch der Sprecher der Muhammadiyah-Organisation.
In einer Pressekonferenz, die heute morgen abgehalten worden äußerte auch Präsident Susilo Bambang Yudhoyono seine Kritik an der FPI und bezeichnete forderte die Polizei auf die Schuldigen für das brutale Ereignis vor Gericht zu bringen.
Drastischer äußerte sich der ehemalige Präsident Indonesiens und Ex-Vorsitzende der NU (mit immer noch großem Einfluss auf die NU) Abdurrahman Wahid, der einige Verletzte in Krankenhäusern besucht hatte.
Er bezeichnete die Reaktion der Regierung auf die Gewalt der FPI als zu langsam und zögerlich und drohte:
Wenn die Regierung nicht handeln wird, werde ich es tun.
Im späteren Verlauf des Tages griffen Mitglieder der NU-Jugendorganisation ihrerseits Büros der FPI in der Stadt Cirebon an.
Quelle: Jakart a Post - Hard-liners ambush Monas rally
Kurzinformation zur FPI:
Die FPI fällt immer wieder durch gewalttätige Aktionen auf. Die Organisation selbst gibt an über 15 Mio. Mitglieder zu besitzen, unabhängige Beobachter aber schätzen die Zahl der Anhänger allerdings nur auf mehrere zehntausend, von denen einige tausend auf Java leben. Die FPI besitzt ca. 180 aktive Kader, welche die Aktionen koordinieren sollen.
Quelle: http://www.janes.com/extracts/extract/jwit/jwit0517.html













