Der Vulkan Krakatau

von Marc am 21. April 2007

Lage des Krakatau

Die ersten bestätigten Berichte über die Insel Krakatau, die Europa erreichten, stammen von Lucas Janszoon Waghenaer (ca. 1533/34-1605/06). In seinen Aufzeichnungen wird der Krakatau allerdings noch mit dem Namen Pulo Carcata bezeichnet.

Pulo ist vom ist vom indonesischen Wort “pulau” (= Insel) abgeleitet. Was der begriff Carcata bezeichnet ist umstritten. Die Erklärungen reichen von den Lauten der auf Krakatau beheimateten Papageienarten bis zum alt-javanischen Wort „karkataka oder rakata (= Krabben). Bisher ist der Ursprung des Namens allerdings nicht verlässlich geklärt.

Anak Krakatau
Der Anak Krakatau

Der holländische Arzt Wouter Schouten bezeichnete die Inselgruppe zum ersten mal mit ihrem heutigen Namen. Er notierte im Oktober 1658 in seinen Reisekatalog, eine baumbewachsene, Insel namens Krakatau passiert zu haben.

Der Krakatau liegt nahe der Wallace Linie, zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra. Die Wallace Linie bezeichnet den Bereich, an dem die Kontinentalplatten des eurasischen und asiatischen Kontinents aneinanderstoßen.

Entlang der Wallace Linie und damit quer durch Indonesien reihen sich die gefährlichsten und aktivsten Vulkane der Welt, zu denen auch der Krakatau gehört.

Ehemals bestand die Inselgruppe, zu der der Krakatau gehörte, aus drei großen Hauptinseln. Die Explosion des Krakatau-Vulkans, im Jahre 1883 zerriss die größte, der drei Inseln und ließ um die Inselgruppe herum, durch die immensen Mengen ausgestoßenen Materials neue kleine Inseln entstehen. Insgesamt aber versanken mehr als 2/3 der ehemaligen Insel auf immer im Meer.

Auf der Website des Discovery Channels, der eine interessante Dokumentation über den Ausbruch des Krakataus verfilmte, ist es möglich eine animierte Entdeckungsreise zum Thema Krakatau und dessen Ausbruch im Jahre 1883 zu machen.

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Geschichte des Krakatau

Es wird angenommen, dass der “Ur-”Krakatau vor ca. 60.000 Jahren eine Höhe von über fast 2000 Metern hatte und sich nahezu exakt im Zentrum einer ca. 15 km im Durchmesser messenden Insel befand.

Zu diesem Zeitpunkt soll sich ein Ausbruch von großem Ausmaß ereignet haben, der die Insel in mehre kleine Inseln zerteilte. Nach diesem Ereignis bildete sich jedoch ein neuer Vulkan, der jährlich größer wurde.

Es bestehen auch Hinweise auf einen Ausbruch im Jahre 535. Zum einen existieren Aufzeichnungen, eines javanischen Hofpoeten namens Raden Ngabehi Ranggawarsita. Auch wenn viele seiner Aufzeichnungen als reine Erfindungen und Sagen gelten, nimmt man an, daß seine Aufzeichnungen über einen frühen Ausbruch des Krakatau auf einem wahren Kern beruhen. Allerdings liegt die Datumsangabe in den Aufzeichnungen Ranggawarsitas bei 416.

Die Quellen seiner Aufzeichnungen beziehen sich auf die historischen Aufzeichnungen der javanischen Könighäuser, die auf Palmblättern notiert wurden.

Die zeitliche Nähe zum vermuteten Ausbruch von 535 legt allerdings nahe, daß in seinen Ausführungen ein wahrer Kern steckt, denn es existieren zahlreiche Hinweise auf eine tatsächliche große Explosion in dieser Zeit.

Die Temperatur soll in diesen Jahren, auf der gesamten Welt, durch den enormen Ausstoß an Asche um mehrere Grad gesunken sein. Man kann dies durch die Abstände von Jahresringen in Bäumen beweisen, die bei kälteren Temperaturen näher zusammen liegen.

Des weiteren zeigt sich in den Aufzeichnungen den des javanischen “Buchs der Könige” zu dieser Zeit eine viel geringere Rate von aufzeichnungen als in den Jahren zuvor.

Dies gilt deshalb als Hinweis auf eine Katastrophe, weil natürlich auch Geschichtsschreiber in einer Katastrophensituation mehr mit der Rettung des eigenen Lebens, als mit dem beschreiben von Ereignissen befasst sind. Einige Jahre nach der Katastrophe nahmen die Eintragungen wieder den normalen Rhythmus auf.

Weiterhin existieren berichte aus China, die von einer grossen Explosion im Süden sprechen. Die Katastrophe im Jahre 535 soll bewirkt haben, dass sich die Inseln Java und Sumatra teilten.

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Der Ausbruch von 1883 und seine Folgen

Beim Ausbruch von 1883 wurden mehr als 18 qkm Gestein und Asche bis zu 80 km in die Höhe geschleudert. Die Sprengkraft entsprach 200 - 2.000 Megatonnen TNT oder der 10.000- bis 100.000-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.

Die Flutwelle, die durch das Zusammenstürzen der Vulkankuppel ausgelöst wurde, erreichte eine Höhe von 30 Metern und töte über 36.000 Menschen in den Küstengebieten.

Die Insel Krakatau - vor und nach dem Ausbruch im Jahre 1883

Auswirkungen des Tsunamis waren bis Europa spürbar, wo an den Pegeln des Ärmelkanals und im Golf von Biskaya ein Anstieg des Pegels von 2 cm zu verzeichnen war.

Die enorme Menge an Aschepartikeln in der Erdatmosphäre bewirkte, dass die globale Temperatur für 5 Jahre um bis zu 1,2 Grad sank.

Weltweit veränderte sich die Atmosphäre auch optisch. Die ausgestoßenen Partikel verliehen dem Sonnenlicht eine rötliche Trübung.

Auch in westlichen Staaten sorgte das gespenstische Aussehen der Sonne, sowie der Umstand, dass die Kunde einer derartigen Katastrophe zum ersten mal, durch die Erfindung der Telegraphie, auf der gesamten Welt verbreitet werden konnte, für apokalyptische Vorstellungen und Ängste.

Ein amerikanischer Wissenschaftler sieht gar die roten Färbung des Himmels in Edvard Munchs Bild “Der Schrei“ als Abbild des Himmels zu Zeiten der Katastrophe.

Aus Munchs Tagebuch stammt das folgende Zitat:

Plötzlich färbte sich der Himmel blutrot, die Wolken aus Blut und Flammen hingen über dem blau-schwarzen Fjord und der Stadt.

Die Lautstärke der Explosion war derart stark, dass diese noch auf der 4.800 km entfernten Insel Rodrigues nahe Mauritius wahrnehmbar war.

Es ist anzunehmen, dass sich die es zahlreiche Katastrophen dieser Art ereignet haben, seit der Ur-Krakatau ausbrach.

Nach einem Ausbruch entstand eine neue Vulkaninsel, die jährlich wuchs und schließlich wieder ausbrach. So könnte der 1883 ausgebrochene Krakatau der gewachsene Rest des Ausbruchs von 535 sein.

Auch seit dem Ausbruch von 1883 wächst mit der Hinterlassenschaft des Krakatau, ein neuer Vulkan heran, der eines Tages eine ähnlich dramatische Explosion auslösen könnte. Das Auftauchen dieses Anak Krakatau (anak=indonesisch für Kind), wurde zuerst im August 1930 beobachtet.

Blick auf den Anak Krakatau
Blick auf den Anak Krakatau

Seitdem wächst der Anak Krakatau jährlich, durch Ascheauswürfe und Lavaströme, um mehr als 4 Meter. Er hat zum heutigen Zeitpunkt bereits eine Höhe von 450 Metern erreicht.

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{ 5 comments… lesen oder selbst Kommentieren }

laura 15. Juni 2007 um 20:36

very good photos i think and the article was very good too. well done;P

Tomke 5. November 2009 um 17:38

danke, diese Seite ist super… danke für die Informationen ! =)

julian 3. Mai 2010 um 12:27

hi super

Julian 3. Mai 2010 um 12:42

sehr super

Niclas 19. Mai 2012 um 13:14

Dank den Informationen, welche auf dieser Website zu finden sind, bekam ich in meinem Abschlussprojekt über den Krakatau eine glatte 1. Vielen dank dafür.

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