Java Jazz Festival - 2. Tag

von Marc am 12. März 2008

Am 2. Tag des Jazz Festivals haben haben wir leider nur zwei Gruppen einfangen können, da wir größtenteils auf Pressekonferenzen beschäftigt waren und auch durch Wartezeit für ein Interview etwas Zeit verloren und somit die Chance für gute Fotos bei einigen Auftritten verpassten.

Wir sahen auf dem Java Jazz Festival diesmal die Popgruppe RAN, Benny Likumahuwa & die Salamander Big Band, Omar Sosa und auch nur den Beginn von George Clinton Funkadelic, mussten aber schon kurz danach aufbrechen.

RAN

Der Mächenschwarm RAN

Eher zufällig gerieten wir zur Bühne auf der die Gruppe RAN auftrat. Weil ich eine gute Möglichkeit für Fotos sah, blieben wir vor Ort. Unser Geschmack war RAN nun gerade nicht aber anscheinend sind die Jungs wohl ein Teenagerschwarm.

Während des Konzertes kreischten mir im Fotobereich von hinten ständig hunderte von Teenagern ins Ohr, wenn der Hauptprotagonist sich ein wenig zum Bühnenrand bewegte.

Etwas enttäuscht wegen der verlorenen Zeit verliessen wir den Saal nachdem ich ein paar Fotos geschossen hatte, auch um den Kreischattacken schnell zu entkommen.

Benny Likumahuwa & the Salamander Big Band

Benny Likumuhawa

Ein Highlight des Tages war für mich Benny Likumahuwa & the Salamander Big Band, der durch die Jazz-Sängerin Bertha unterstützt wurde.

Benny Likumahuwa ist einer der frühen Jazz-Musiker und Förderer des Jazz in Indonesien. Er kooperierte für diesen Auftritt mit der Salamander Big Band aus Surabaya.

Benny Likumahuwa ist nicht nur Jazzmusiker, sondern bildet auch junge Jazzmusiker aus und fördert diese so gut es ihm möglich ist.

Präsentiert wurde klassischer Swing und eine Interpretation eines Miles Davis Stücks. Als Special Guests waren Bertha (eine der besten Jazz-Sängerinnen Indonesiens) und ebenfalls wieder Barry Likumahuwa zu sehen.

Während Bertha Swing-Standards wunderbar gefühlvoll interpretierte gab es mit Barry einen Ausflug in die Moderne, in Form eines Bass-getriebenen Jazz-Groove Stückes.

Wir hatten Barry Likumahuwa bereits am ersten Tag interviewt und nahmen uns vor auch seinen Vater zu erwischen. Beide waren sehr freundlich und auch Benny Likumahuwa gab uns, obwohl in einer leichten Stresssituation bereitwillig Auskunft.

Bertha & Benny Likumahuwa

Wir fragten zu Beginn, seit wann sein Interesse für Musik und speziell für Jazz begonnen habe und erfuhren, dass er schon mit 5 Jahren begonnen habe sich für Musik zu interessieren. Das Interesse an Jazzmusik entstand durch direkte Einflüsse aus seiner Umgebung, (Familie, Bekannte usw.)

Wir fragten weiter, ob Jazz besonders in Indonesien nicht nur eine Musik für reiche Schichten der Gesellschaft sei. Er antwortete darauf, dass es nicht so sein sollte aber die Situation in Indonesien dies leider häufig erzwinge.

Auf unsere Nachfrage, ob sich diese Situation eher verbessert als verschlechtert habe, gab er zu, dass es schwer sei dieses Dilemma aufzulösen, er aber hoffe, dass er mit seiner Arbeit und der Förderung junger Musiker seinen Teil dazu beitragen könne und freue sich über jeglichen Nachwuchs.

Natürlich stellten wir auch eine Frage zu seinem Sohn und ob eine Kooperation mit ihm oder auch mit anderen Schülern seiner Musikschule in Form von gemeinsamen Auftritten geplant sein. Seine Antwort war, dass er es eher für wichtig finden würde, seinen Schülern Freiheit und Zeit zu geben um Ihre eigene Interpretation des Jazz zu finden. Wenn diese genug Erfahrung gesammelt hätten und mit ihm zusammenarbeiten wollten, wäre er aber natürlich jederzeit dazu bereit.

Wir dankten Benny Likumahuwa für das Gespräch und beeilten uns, da wir einige Meter hinter uns den “Special Guest” Bertha entdeckten und überredeten Sie zu einem kurzen Interview.

Hierbei half uns vielleicht, dass Bertha ebenfalls aus Malang stammt und zwar aus dem gleichen kleinen Kampung wie meine Frau Vania.

Bertha (Special Guest bei Benny Likumahuwa)

Bertha

Wir stellten Ihr Ähnliche Fragen. Nach Ihrem Interesse an Jazz, gab Sie uns zur Auskunft, dass Sie schon früh hatte Sängerin werden wollen und das Jazz immer schon ihre favorisierte Stilrichtung gewesen sei.

Auf die Frage, zur Stellung des Jazzmusik in Indonesien, antwortete Sie, dass Jazz leider immer mit eine High-Class-Lifestyle in Verbindung gebracht werde, die Geschichte aber eigentlich nichts hiermit zu tun habe. Jazz sei immer schon frei und flexibel gewesen. Sie freute sich außerdem über die vielen jungen Besucher des Java Jazz Festivals und hoffe, dass die ein Zeichen für eine Änderung des Images bedeuten könne.

Wir fragten weiterhin, ob auch Pläne für eine internationale Karriere beständen. Sie verneinte dies zwar aber merkte an, daß Ihre Tochter international erfolgreich und schon in Finnland und Estland aufgetreten sei.

Für die eigene Zukunft plane Sie in nächster Zeit die Arbeit am Projekt “Mother Song”, mit dem Sie indonesische Kinderlieder veröffentlichen wolle, da Sie meine, daß diese derzeit kaum präsent wären und kaum wirkliche Musik für Kinder existiere.

Ihre Botschaft an junge Musiker sei, daß diese an sich selbst an sich selbst arbeiten sollten um so auch die Situation in Indonesien zu verbessern.

Omar Sosa

Der Afrikaner Omar Sosa war der einzige internationale Musiker, von dem ich an diesem Tag länger anschauen konnte, auch weil wir uns bei allem Hin und Her etwas verplant hatten und Einiges verpassten.

Das Ensemble von Omar Sosa präsentierte afro-kubanische Musik mit Jazz-Einflüssen. Omar Sosa spielte Piano, während seine 2 Mitmusiker traditionelle afrikanische Instrumente verwendeten.

Omar Sosa stammt aus Kuba und begann mit 8 Jahren seine musikalische Ausbildung. Zunächst spielte er Marimba und wechselte später zum Piano.

Seine frühen Einflüsse waren Nat King Cole, Orquesta Aragon, Pacho Alonso und ebenso klassische Musik.

Auf seinem letzten Album Mulatos wirkt unter Anderem Paquito D’Rivera mit. Das Album vereint eine Mischung aus Afro-kubanischen Jazz, Chansons, nordafrikanischer Musik, elektronischer Musik und europäischen Enlüssen.

George Clinton Funcadelic

Zu George Clinton kann ich leider nicht allzuviel schreiben, da ich schweren Herzens aufbrechen musste, da wir noch mit Bekannten verabredet waren.

Das Konzert begann mit einstündiger Verspätung und ich hatte während des Soundchecks schon sehr lange gewartet und nur kurz den Saal verlassen. Leider stürmte gerade dann das Publikum herein und preschte auf die guten Plätze vor.

Ich hatte also keine Chance ein gutes Foto zu machen aber zumindest konnte ich noch miterleben, wie er nackt und nur mit einer übergroßen Windel bekleidet die Bühne betrat.

Das indonesische Publikum war, so weit wir es mitbekommen hatten zwar belustigt aber auch ein klein wenig irritiert von jenem Auftreten.

Pressekonferenz mit der Wirtschaftsministerin

Zwischen und nach den Konzerten verbrachten auf Pressekonferenzen und standen zwischen den Profijournalisten von den indonesischen TV-Sendern und der Jakarta Post und stellten so eingeschüchtert keine Fragen.

was wir auf den Pressekonferenzen erfuhren werde ich später auf unsere Hauptseite in einer Zusammenfassung des Java Jazz Festivals veröffentlichen.

Mach uns berühmt
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • LinkArena
  • MisterWong.DE
  • Yigg
  • TwitThis
  • StumbleUpon
  • Technorati

Artikel kommentieren

Zurück: Java Jazz Festival 2008 - Tag 1

Vor: Java Jazz Festival - Tag 3