Java Jazz Festival - Tag 3

von Marc am 14. März 2008

Für den letzten Tag auf dem Java Jazz Festival hatten wir uns weniger vorgenommen und wollten auch mal ein wenig von der Musik geniessen, anstatt nur Hin und Her zu hetzen.

Leider kamen wir auch reichlich versp&aum;tet an, da zur gleichen Zeit auf demselben Gelände eine islamische Buchmesse stattfand, auf welcher der Predigerstar A. A. Gym auftrat. Dementsprechend groß war der Andrang und der Stau.

Außerdem war eine Strasse ohne ersichtlichen Grund gesperrt. Unser Fahrer meinte, daß die Straße nur gesperrt sei, damit alle Fahrzeuge eine gebührenpflichtige nutzen müssten.

Wir trafen also erst am späten Nachmittag ein und verpassten so leider einen fest eingeplanten Auftritt.

Ich schaute mir an diesem Tag zwei volle Auftritte an. Wir sahen am dritten Tag des Java Jazz Festivals Dhafer Youssef und den von der indonesischen Musiklegende Dian Pramana Poetra, mit dem wir auch ein Interview führten.

Dhafer Youssef

Dhafer Youssef

Der in Tunesien geborenen Dhafer Youssef ist ein passionierter Oud-Spieler. Sein erstes Instrument, so die Legende, baute er aus gesammelten Straßmüll selbst.

Da ich schon einige Alben gehört (z.B. Electric Sufi) hatte und auch das Instrument Oud sehr interessant finde wollte ich seinen Auftritt nicht verpassen und liess sogar dem Auftritt von Rene Olstaedt dafür sausen.

Durch den Tabla-Spieler Jatinder Thakur erwachte neben seiner Vorliebe für die traditionelle Musik Tunesiens auch seine Interesse für die indische Musiktradition.

Seine ersten hart erarbeiteten Erfolge hatte er in Wiener Jazzclubs. Dort spielte er in verschiedensten Formationen und Projekten, z.B. mit Iva Bittova, Peter Herbert, Renaud Garcia Fons und Christian Muthspiel.

Bei Java Jazz stand unter Anderem Eivind Aarset an der Gitarre mit auf der Bühne. Dhafer Youssef pr&auml:sentierte, bewaffnet mit seiner Oud, einem Powerbook und natürlich der Mithilfe von Eivind Aarset, ruhige und mysthisch angehauchte Klänge, welche nordeuropäischen elektronischen Jazz mit der traditionellen Musik Tunesiens und Indiens verband.

Ein wenig eingelullt verliess ich nach den Auftritt den Saal und war nicht allzu enttäscht den Auftritt von Rene Olstaedt verpasst zu haben, der aber wohl auch ein echter Erfolg gewesen zu sein schien.

Dian Pramana Putra

Dian Pramana Putra

Dian Pramana Putra war unser nächstes Ziel. Der schon seit den 80er Jahren erfolgreiche Musiker trat auf dem Java Jazz Festival unterstützt von Violine, Bläsern, 2 Gitarren, Bass, Piano und Percussion in Grossformation auf und war für mich und meine Frau ein weiteres Highlight unter den indonesischen Musikern.

Nach dem Konzert trafen wir ihn im Interviewraum und stellten uns in die reihten uns in die Journalisten ein, die auf ein Gespräch mit ihm warteten.

Vor uns warteten bereits zwei große TV-Sender, auch hinter uns warteten weitere TV- und Printjournalisten.

Sehr positiv war, dass wir von Verantwortlichen dort als kleine Blogschreiber nicht anders behandelt wurden als die grossen TV-Sender des Landes.

Da wir schon von den Anderen Interviews relativ viel mitbekamen konnten wir uns einen Grossteil der üblichen Standardfragen in unserem Gespräch sparen.

Dian Pramana Putra mit Special Guest

Aus dem anderen Interviews erfuhren wir, dass Dian Pramana Putra zufrieden mit dem Velauf des Jazz Festivals war. Weiterhin teilte er den professionellen “Kollegen” mit, dass seine Famlie die größte Inspiration für ihn sei.

Befragt zum Stil seiner Musik anwortete er, dass er Pop, Jazz und Dangdut (die populärste Untehaltungsmusik in Indonesien) vereinen wolle.

Sein neuestes Album (aus dem er viele Titel auf dem Konzert spielte) erscheine im April 2008. Er hoffte, dass er mit seinem Album einen neue musikalische Stufe erreicht habe und beschrieb, daß er sich und damit auch seine Musik verädert habe.

Während er früher ständig unterwegs, auf Partys gewesen sei, Liebe nur auf die Beziehung zwischen Mann und Frau gesehen habe und er seine Musik größtenteils auf die Wünsche seiner Produzenten ausgerichtet habe, sei ihm heute seine Verbindung zu seiner Familie wichtig, ausserdem sei es ihm heute wichtig ehrliche Arbeit abzuliefern und die Musik zu schreiben, die wirklich in seiner Seele liegt.

Auf die Zukunft der indonesischen Jazzmusik angesprochen, drückte er seine Hoffnung aus, dass das Java Jazz Festival seinen Beitrag dazu leiste, dass junge Musiker sich für diese Musikrichtung und damit für musikalische Improvisation interessierten.

Unser Interview mit Dian Pramama Putra

Nachdem wir endlich an die Reihe kamen, um ein Interview zu führen mussten zumindest wir schnell lernen zu improvisieren, da ein Grossteil unserer Fragen bereits gestellt waren und wir den Mann nicht nochmals mit den gleichen Fragen langweilen wollten.

Wir fragten zunächst nach seinen musikalischen Wurzeln. Hierzu, so Dian Pramana Putra zählten, Nat King Cole, Matt Monroe, Glenn Miller Story, Doris Day, Andy Williams, deren Musik seine Eltern täglich hörten.

Danach sprachen wir ihn auf die Pläne des Tourismusministeriums an. Am Tag zuvor hatten wir auf einer Pressekonferenz erfahren, dass Indonesien plant, Touristen durch die Kombination von Jazz und Golf nach Indonesien zu locken.

Wir fragten Dian Pramana Putra, ob dieses Konzept nicht eher schwierig für die Akzeptanz von Jazz bei der breiten Bevölkerung sei, da es doch den Status als “Musik für Reiche” festige.

Er teilte unsere Meinung und zeigte sich auch nicht ausserordentlich begeistert von den Plänen des Tourismusministeriums aber er selbst versuche weiterhin, z.B. durch seine Texte alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen und nicht nur eine Musik für Reiche zu machen.

Auf unsere Frage nach der Botschaft in seiner Musik antwortete er, dass es keine konkrete Botschaft gäbe, aber er meine, dass Musik in schwierigen Situation helfen könne diese zu überwinden und als eine Therapie und Hife dienen könne.

Wir bedankten uns herzlich für das Gespräch und machte Platz für die nach uns Wartetenden.

Durch die Wartezeit auf das Interview hatten wir leider die nachfolgenden Auftritte von Buby Chen und Ireng Maulana verpasst.

Pressekonferenzen und Interview mit Sogi Indraduadja (Extravaganza)

Jusuf Kalla

An diesem Tag besuchten wir ausserdem noch eine Pressekonferenz, auf der unangekünidgt auch der Vizepr&aauml;sident Indonesiens Jusuf Kalla teilnahm. Wir bekamen dies er zufällig mit, als wir sahen wie ein Pulk Journalisten in Richtung des Raumes für Pressekonferenzen eilte und eilten mit.

Über die Pressekonferenzen schreibe ich später auf unserer Hautpseite in einer Zusammenfassung mehr. Nur soviel sei gesagt, Jusuf Kalla scheint nicht sehr viel von Jazz zu verstehen und gab auf Nachfrage nach seinen Vorlieben nur ausweichende Antworten, da er offensichtlich keine Antwort wusste.

Sogi Indraduadja aus Extravaganza

Wir sprachen an diesem Tag ausserdem noch mit Sogi Indraduadja, einen TV-Prominenten aus der TV-Comedyshow “Extravaganza”. Wir waren froh, dass Sogi Indraduadja sich die Zeit nahm und nicht genervt war angesprochen zu werden.

Wir fragten nach seiner Meinung zum Java Jazz Festival und er zeigte sich recht zufrieden und bewertete dieses Jahr besser als das letzte, da die Zahl der vertretenen Musiker gewachsen sei und die Auswahl größser.

Auf negatives angesprochen, antwortete er, dass der Veranstaltungsort für den Besucherandrang zu klein geworden seu und hoffte füre das nächste Jahr auf einen anderen Veranstaltungsort. (womit er Recht hat, es war überall ein ziemliches Gedränge und Geschupse) Ausserdem seinen die Eintrittspreise zu teuer geworden.

Kurz darauf verliessen wir das Gelände und hoffen nun, dass wir nach 3 Tagen Menschenmassen nun auch ein wenig Entspannung finden können. Als nächste Reiseziele stehen für uns Yogyakarta (wo wir weiter einkaufen werden) und Kalimantan (Balikpapan und Samarinda) auf dem Plan.

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