Reisebericht 2010 - Teil 1

von marcaufreisen am 22. Februar 2010

Taíwan und erste Tage in Indonesien

Nachdem ich die ersten zwei Wochen meines Urlaubs in Taiwan verbracht hatte, bin ich nun in Indonesien angekommen.

Zu den Tagen in Taiwan möchte ich auch etwas schreiben, obwohl dies natürlich ein Indonesien Blog ist und auch bleibt.

Taiwan hatte mir sehr gefallen, auch wenn ich die Menschen dort teilweise als ein klein wenig paranoid bezeichnen würde.

Fast sämtliche Häuser sind mit Stahltüren gesichert, alle öffentlichen Gebäude sind mit zahlreichen Verbotsschildern und Gute-Ratschläge-Schildern versehen.

Verbotsschild aus der Taiwanesischen Metro

Verbotsschild aus der Taiwanesischen Metro

Gute Ratschläge für Verliebte in einem Hotel

Gute Ratschläge für Verliebte in einem Hotel

Teilweise werden die Hinweise auch noch als Dauerberieselung per Lautsprecher mitgeteilt. Das ganze reicht von: “Wie stehe ich richtig auf der Rolltreppe” bis “Wie wasche ich meine Hände richtig”.

Die bösen Viren sind Immer und Überall

In öffentlichen Verkehrsmitteln, besonders in Taipei, sieht man immer wieder Menschen mit Mundschutz (von wegen H1N1 und diverser anderer Seuchen). teilweise sogar mit Mundschutz und Handschuhen.

Einige Taiwanesen vermeiden aus denselben Gründen auch Kontakte zu Ausländern, nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern aus Angst vor Viruserkrankungen.

Man muss aber nun selbst entscheiden ob man sich nun durch Fremdenfeindlichkeit beleidigt fühlt oder aus der Tatsache heraus, daß man für einige einfach nur ein lebensgefährlicher, ungewaschener Virenherd mit Völkervernichtenem Potential ist.

Als ich schon an einen Law and Order-Staat á la Singapur glaubte und die Taiwanesen für außerordentlich durchdiszipliniert hielt, wurde ich allerdings eines Besseren belehrt oder auch aber wieder nicht.

Auf den Haupteinkaufsstrassen gibt es dort auch illegale Händler mit fahrenden Ständen, die dort ohne Lizenz verkaufen und immer schnell verschwinden, wenn eine Polizeipatroullie im Anmarsch ist.

Auf der anderen Seite ist der Ganze Ablauf aber auch wieder sehr diszipliniert und gut organisiert. Alle Händler sind per Walkie-Talkie mit einander verbunden.

Zwei bis drei Minuten vor dem Auftauchen der Polizei gibt es einen Warnruf, darauf folgt kurze Hektik unter “Polisi Polisi”-Rufen und alle Händler sind in einer Seitengasse verschwunden.

Die Polizei geht vorbei und eine Minute danach ist alles wieder beim Alten und kein Polizist käme auch nur der Anflug eines Gedankens mal in die Seitengasse zu schauen, vermutlich weil das ja den gesamten organisierten Ablauf sprengen würde.

Nach einer Zeit ist man in diese Abläufe auch problemlos eingebunden und stellt sich in der U-Bahn an die richtige Stelle um zu warten, benutzt die Rolltreppen wie es sich gehört und weicht den fliehenden Händler routiniert aus.

Kulinarische Vielfalt

Das Essen in Taiwan ist im Vergleich zu Indonesien schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, da fast ausschliesslich nur sehr mild gewürzt und fast alles frittiert wird. Dafür ist die Auswahl riesig, besonders auf den Nachtmärkten.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit konnte ich mich aber daran gewöhnen und liebe insbesondere die Vielfalt inwischen. Werde dies in Deutschland sehr vermissen, wo ich nur die Wahl zwischen schlechtem Döner, Schleim-Fast-Food und einem Mexikaner haben werde.

Besondere Leckereien werden sogar im Hauptnachrichtenteil des Fersehens übertragen, wobei der normale Nachrichtenteil anscheinend nur aus Food-News und Promiklatsch besteht.

Die politischen Meldungen, die ich in 2 Wochen sehen konnte, kann man an der Hand eines
Sägewerk-Arbeiters abzählen.

Mata Duitan

Die Anreise nach Taiwan war allerdings nicht unproblematisch. Für den Kurzaufenthalt in Jakarta von nur wenigen Stunden (mit Weiterflug nach Malaysia), wurde ich ordentlich geschröpft, denn ich musste das Visa-on-arrival bezahlen und die Flughafengebühr.

Wenn ein anderer Transit-Reisender das erlebt, wird er von indonesien sicherlich nicht den Besten Eindruck im Gedächtnis behalten - ich bin daran ja gewöhnt.

Was mich allerdings wirklich extrem genervt hatte war die Informationsvielfalt, bzw. die Variationen von Informationen zu ein und derselben Frage.

Ich hatte schon in Deutschland ein Besuchervisum beantragt und es auch bekommen (in letzter Minute) und fragte beim Transit, ob ich durch das sich übeschneidende Visa-on-Arrival Probleme bekommen könnte, wenn ich in 2 Wochen wieder einreisen würde.

Der erste sagte, daß ich das ganze Visa neu beantragen müsse, der nächste meinte es wäre kein Problem und ein dritter meinte ich könnte nur noch per Visa-on-Arrival einreisen und müsste es dann verlängern und wieder aus- und einreisen.

In Malaysia musste ich ebenfalls ein Visa-on-arrival beantragen und suchte verzweifelt nach dem Payment-Counter - mit der finalen Erkenntnis: “Es gibt keinen! Das Visa ist kostenlos!”.

Die Einreise nach Taiwan war noch unproblematischer - kein Visa - 30 Sekunden Pass-Betrachtung - erledigt!

Zu meinem Glück gab es aber nach der zweiten Einreise nach Indonesien (diesmal in Surabaya) keinerlei Probleme mit dem Visa, was wohl auch am jeweiligen Zollbeamten liegen dürfte.

Zurück in Malang

Nun bin ich froh, nach fast zwei Jahren, wieder bei meiner Familie in Malang zu sein und mich nach der mitunter doch anstrengenden Taiwan-Rundreise entspannen zu können.

Zur Ankunft gab es eins meiner indonesischen Lieblingsgerichte und zwar Ayam Kecap, gekocht von Omi persönlich und sehr lecker.

Den zweiten Tag verbrachten wir fast komplett in einem Einkaufszentrum (Matos), inkl. Kinobesuch (irgendein Jackie Chan-Streifen, die einzige indonesiche Produktion war “Raped by Satan” - sicherlich auch intreressant und amüsant aber sicherlich kein Film für die ganze Familie.)

Rica-Rica bankrupt

Gestern waren wir zunächst bei einer Hochzeit in leicht gehobenen Ärztekreisen (große Halle, geschmücktes Auto, üppiges Buffet), die meiner Idee, in indonesien ohne festes Einkommen, allein durch das Abgrasen von Hochzeiten zu überleben, (buchstäblich) neue Nahrung gab.

Gegen Abend gab es dann ein sportliches Großereignis. Der örtliche Fussballverein Arema Indonesia (früher Arema Malang) spielte gegen den quasi Erzgegner Surabaya.

Public Viewing im Kampung

Public Viewing im Kampung

Vor dem Haus war eine große Leinwand aufgebaut auf dem fast die gesamte Nachbarschaft das im TV übertragende Spiel mitverfolgte.

Ich habe allerdings nur die erste Halbzeit gesehen, denn mein mächtiger Hunger trieb mich zu einem Restaurant, in dem ich bei meinem letzten Indonesien-Besuch ein göttliches Ayam Rica-Rica gegessen hatte.

Meine Frau war schon reichlich gelangweilt, weil ich immer wieder erzählte wie lecker es damals war.

Bei der Ankunft beim Restaurant bzw. dessen traurigem Rest zahlte mir es mir wohl mein selbstverur­sachtes schlechtes Karma heim. Das Restaurant war in meiner Abwesenheit wohl pleite gegangen.

Im alternativen Zielrestaurant war das Ayam Rica-Rica zwar gut aber lange nicht so lecker, wie in meinem favorisierten (bankrupt) Restaurant, zudem wurde im sonst guten Batavia, meine Bestellung erst einmal vergessen (wieder Karma?).

Ayam Rica Rica im Batavia Restaurant

Ayam Rica Rica im Batavia Restaurant

Im Hintergrund spielte eine Liveband (das heisst ein Alleinunterhalter-Keyboard und Gesang). Leider durften auch Restaurantgäste singen, was zu unserer Begegnung mit dem “Singing Horror” führte.

Ich habe noch nie in meinem Leben solch schräge Versionen von 50er und 60er-Jahre Oldies erlebt. Insbesondere “Writing Love Letters in the sand” hat sich nun als musikalischer Alptraum in mein Gedächtnis eingebrannt.

Hier ein kurzes Beispiel, daß allerdings noch nicht der schlimmste Abschnitt des Abendds war. Musste leider eine Videodatei erstellen, weil ich den Audioteil leider nicht mit den auf dem Laptop befindlichen Programmen trennen konnte.

Planungen für die nächste Zeit

Heute werden wir noch einmal groß einkaufen, weil ich heute Abend für die Familie kochen will und zwar: Sapi dengan Saus Lada Hitam (Rindfleisch mit schwarzer Pfeffer-Sauce nach Singapur Art).

Morgen fahren wir zu einem historischen Tempel in der Umgebung von Malang. Trotz vier Aufenthalten in Malang, hatte ich es bisher nie geschafft diesen zu besuchen.

Für die nächsten Wochen ist auf jeden Fall eine Reise nach Sumatra geplant. Auf dem Weg werden wir in Jakarta und Bogor noch einige Freunde besuchen.

Vielleicht schaffen wir es auch noch nach Madura. Wir wollte Madura schon beim letzten Indonesien-Aufenthalt besuchen, haben es aber immer wieder hinausgeschoben.

Soweit war das Alles für den ersten Reisebericht… die nächsten Tage und Wochen folgt sicherlich noch mehr.

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{ 3 comments… lesen oder selbst Kommentieren }

Matthias Tauchert 22. Februar 2010 um 19:08

Hallo Marc, schön mal wieder einen Reisebericht zu lesen. Würde mich riesig freuen, wenn ich mehr Bilder sehen könnte. Ich habe da mal eine Bitte. Wenn und falls Ihr doch nach Bogor kommt, würde ich mich sehr freuen, ein paar Bilder von dort sehen zu können. Wir haben dort in der Jalan Rumah Sakit Nr. 1 mit meinen Eltern dort gewohnt (1952 bis 1958), mein Vater war dort im Rumah Sakit PMI der Chirurg und mein Bruder und ich hatten in Bogor die Sekolah Bruderan besucht, von der 1sten bis zur 5ten Klasse.
Viele Grüße und geniesse Deine Reise
Matthias

Silvio 23. Februar 2010 um 01:32

Hallo,

dein Bericht war Super.

Wann bist du in Jakarta vielleicht können wir uns da mal treffen.

Silvio

Marc 27. Februar 2010 um 17:23

@Silvio - wir sind am 02-03 in Jakarta und vom 09. - 10. März.

Der 2-3. sind schon verplant (treffe eine alte Freundin) aber am 09. März könnte man sich treffen. Dazwischen bin ich auf Sumatra bzw. in Jambi und Palembang. Schick mal deine Handynummer per E-mail: marc.koeberlein@indonesia-portal.com

@Matthias Ich komme am 09. aus Jambi zurück und wollte dann weiter nach Bogor. Werde sicher ein paar Bilder machen können.

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