Von Balikpapan nach Samarinda am Mahakam

von Marc am 17. März 2008

Diesmal erzähle ich über unseren Besuch auf einer Krokodilfarm, unsere Reise nach Samarinda und den Ausblick auf den durch Samarinda fliessenden Fluss Mahakam.

Wie schon im letzten Eintrag angekündigt haben wir eine Krokodilfarm besucht. Der Eintritt war verhältnismässig teuer, wie alles hier in Balikpapan.

Die Krokodilfarm selbst war nicht allzu interessant. Ein Haufen fauler Viecher, die sich sonnten und größtenteils nicht grad beeindruckend groß waren, zu dem stank es unerträglich nach Krokodilkot.

Sate Buaya

Zumindest haben wir Sate Buaya (Krodilfleischspiesse) essen können, was aber auch nicht grad ein Genuss war. Das Fleisch lässt sich zwar essen und schmeckt wie eine Mischung aus Fleisch und Fisch, allerdings konnte man es nur direkt in der Nähe der Krokodile essen, die hinter sich hinter einem Gitter sonnten.

Durch das nahe Wasser plus Krokodile tauchten sofort 30-40 Fliegen auf, die nicht grad appetitanregend auf uns wirkten und wir aßen nicht die gesamte Portion. Nunja, zumindest werde ich in Deutschland kein Krokodilfleisch vermissen.

Wir kochen mit den Schülerinnen italienisch

Am späteren Abend kamen zu Hilde (unserer Gastgeberin und indonesischer Deutschlehrerin in Balikpapan) einige Schülerinnen zu Besuch, die mich als Bule bestaunen und an Vanias Erfahrungen in Deutschland teilhaben wollten, außerdem kochten wir zusammen Pizza und Spaghetti Bolognese nach meinem Rezept.

Beim Kauf der Zutaten im Einkaufszentrum von Balikpapan staunten wir abermals über die Preise, die bei vielen Produkten schon auf europäischem Niveau lagen.

Dies ist zum Einen dadurch bedingt, dass praktisch alles teuer importiert werden muss (so sind die Anbaubedingungen in der Region so schlecht, dass Gemüse oft teurer als Fleisch ist), zum Anderen sind die zahlreichen gut-verdienden europäischen, amerikanischen und chinesischen Führungskräfte, die meist in Villen plus Pool in Balikpapan residieren ein Grund für die hohen Preise.

Erfolg! Mein Rezept schmeckt Ihnen!

Zumindest aber war unser Einkauf und meine Kochkunst ein Erfolg. Hildes Familie griff begeistert zu, einige Schülerinnen waren allerdings noch etwas misstrauisch und zurückhaltend aber es scheint am Ende allen geschmeckt zu haben.

Mit mir trauten sich die Schülerinnen allerdings meist nicht zu sprechen aber Vania fragten sie ordentlich über das Leben in Deutschland und ihre Erfahrungen als Au-Pair aus. Es bleibt zu hoffen, dass wir einige Ängste zerstreuen und den Mädels Mut machen konnten.

Am nächsten Tag fuhren wir am Mittag weiter von Balikpapan nach Samarinda, wir werden allerdings Hilde noch einmal kurz vor unserem Rückflug nach Java treffen. Ihr Mann musste sich unterdessen um die Plantage kümmern.

Eine Gruppe Dayak erhebt Besitzansprüche auf das Land der Plantage. Nach Hildes Beschreibung quasi im Namen eines weiteren Landbesitzers, anscheinend wurde das Land zweimal verkauft.

Zumindest scheinen sie an Gesprächen interessiert zu sein, es ist auch schon vorgekommen, daß einige Dayaks machetenschwingend die Plantage betraten, daher wurde die Zahl der Polizisten auf der Plantage aufgestockt, allerdings ist die Zahl nicht zu groß, um eine Provokation zu vermeiden.

Die Vorgeschichte zu den Konflikten auf Borneo und besonders zwischen den Dayak und den inzwischen von Borneo geflohenen Maduresen können unter: Konflikt zwischen den Dayak und maduresischen Einwanderern auf Kalimantan nachgelesen werden. (Etwas Zeit mitbringen - ist ein langer Artikel).

Zumindest scheint es, jetzt wo ich die Situation einmal etwas näher und in einem konkreten Fall erlebe und aus den Schilderungen von Hilde, dass mein theoretisches, angelesenes Wissen doch zumindest es wenig der Realität entspricht, obwohl jene doch erheblich komplexer ist als die Theorie, besonders in Hinsicht auf moralische Urteile.

In Samarinda sind wir bei einer wieder bei einer Internetbekanntschaft untergekommen und zwar bei einem indonesisch-thailändischen Pärchen.

Blick auf den Fluss Mahakam

Wir entspannten uns zunächst etwas und fuhren dann zum Essen. Da das Haus in der Nähe des durch Borneo fliessenden Mahakam-Flusses lieg, konnten wir unser Essen mit einem großartigen Ausblick auf die Flusslandschaft genießen.

Vom Essen hingegen war ich nicht besonders begeistert, da man mir eine lächerlich kleine Portion servierte. So war ich gezwungen zweimal zu bestellen. Was die Sache verschlimmerte war, dass unsere Gastgeber bezahlen wollten und alle Proteste dagegen nichts halfen. Ich fühlte mich, wegen meiner Gefrässigkeit ein wenig schuldig.

Morgen werden wir ein wenig die Gegend auskundschaften und schauen, was es denn in Samarinda so zu sehen gibt.

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