Die Geschichte des indonesischen Fussballbundes

von admin am 11. April 2007

Auch wenn Badminton immer noch Indonesien beliebteste Sportart ist, gewinnt Fussball langsam größere Aufmerksamkeit.
So hat fast jede Region schon eine eigene Mannschaft, ebenso gibt es bereits seit 1930 einen indonesischen Fussballbund.

Die Geschichte des indonesischen Fußballbundes:
Der indonesische Fussballbund wurde von einem Bauingenieur namens Soeratin Sosrosoegondo am 19 April 1930 gegründet. Soeratin Sosrosoegondo war im Jahr 1928 nach Indonesien zurückgekehrt, nachdem er sein Studium in Deutschland abgeschlossen hatte.

Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst bei einer holländischen Firma, doch kündigte er bald und setzte sich stattdessen für die indonesische Unabhängigkeit ein.

Zu seinem Kampf für die Unabhängigkeit zählte auch die Gründung eines indonesischen Fussballbundes. Durch die Gründung versuchte er den holländischen Einfluss, präsentiert durch den NIVB (Nederlands Indische Voetbal Bond) auf die indonesischen Verbände, zurückzudrängen.

Er organisierte mehrere Treffen mit Profi-Spielern und Vertretern der einzelnen regionalen Verbände, um diese zusammenzuführen.

Am 30. April 1930 fand das letzte Treffen in Jakarta statt.
Fast alle regionalen Fußballverbände waren beteiligt, unter Anderem der „Bandoengsche Voetbal Bond“ (Bandung, West Java), der „Persatuan Sepakbola Mataram“ (Yogyakarta, Central Java), der „Madioensche Voetbal Bond“ (Madiun, Ost Java), der „Indonesische Voetbal Bond Magelang“ (Magelang, Central Java), „Soerabajashe Indonesische Voetbal Bond“ (Surabaya, Ost Java), sowie der „Vortenlandsche Voetbal Bond“(Solo, Central Java).

Alle diese regionalen Verbände wurden an diesem Tag unter dem Dach eines Verbandes, des PSSI (Persatoean Sepak Bola Seloeroeh Indonesia) zusammengeführt. Leiter des PSSI war Soeratin Sosrosoegond.

Der PSSI gewann Rasch an Bedeutung und Einfluss.
Eine zeitlang arbeite der PSSI mit dem NIVB, der seinen Namen in NIVU (Nederlandsh Indische Voetbal Unie) änderte, zusammen.

Diese Zusammenarbeit wurde allerdings im Jahre 1939 beendet, da der NIVU 1938 eine Mannschaft, die zum Großteil aus Spielern bestand, die im PSSI organisiert waren, unter der holländischen Fahne zur Fussball-WM geschickt hatte. Dies löste massive Proteste aus und markierte die endgültige Spaltung.

Unter japanischer Besatzung war der PSSI nicht aktiv, da die Japaner versuchten alle Mannschaften in den japanischen Sportbund zu integrieren.

Nach Beendigung der Besatzung lebte der PSSI wieder auf und wurde 1952 Mitglied der FIFA und 1954 Mitgleich des AFC (Asian Football Confederation).

Aufbau der indonesischen Fußballliga

  1. „Divis Utama“ oder „Djarum Indonesia“(diese Liga wird massgeblich durch den Tabakwarenhersteller „Djarum“ unterstützt). Die Divis Utama ist vergleichbar mit der 1. Bundesliga.
  2. „Divisi I“ – Vergleichbar mit der 2. Bundesliga
  3. Divis II – Amateurliga
  4. Liga Yunior – Die indonesische Jugendliga, bestehend aus U-15 (Spieler ab 15 Jahren), U-18 (Spieler ab 18 jahren) und U-23 (Spieler ab 23 Jahren).
  5. Liga Wanita – Liga der Frauenfußballmannschaften

Die indonesische Nationalmannschaft

Erstes Internationales Spiel:

Das erste internationale Spiel fand 1934 auf den Philippinen statt. Gegen China verlor Indonesien 2:0.

Die indonesische Nationalmannschaft nahm als erste asiatische Mannschaft im Jahre 1938 an der Fußballweltmeisterschaft teil. Zu diesem Zeitpunkt allerdings noch unter Leitung des NIVU (Nederlandsh Indische Voetbal Unie). Dieser war noch maßgeblich durch die holländische Kolonialmacht bestimmt.

Da die Mannschaft im Jahre 1938 unter der holländischen Fahne zur WM reiste, führte dies zu hitzigen Debatten im Inland. Als Folge stellte der Indonesische Fussballverband (PSSI) seine Zusammenarbeit mit dem NIVU ein.
Nach 1938 konnte sich die indonesische Nationalmannschaft nicht mehr für die Fußball-WM qualifizieren.

Größter Erfolg:

Der größte Erfolg gelang gegen die philippinische Mannschaft am 23.12.2002 in Jakarta, Indonesien. Das Spiel endete 13:0.

Größter Misserfolg:

Die höchste Niederlage hatte die indonesische Mannschaft gegen Dänemark am 3. September 1974 in Kopenhagen zu verkraften. Das Spiel endete 9:0.

Die Mannschaft steht aktuell (2007) auf dem 149. Platz des FIFA Rankings und hat seit 1996 drei mal am Asian Cup teilgenommen, scheiterte jedoch meist in der ersten Runde (1996, 2000, 2004).

Besonderheiten und Kurioses im indonesischen Fußball

Neben der Möglichkeit Eintrittskarten für Fußballspiele auf dem Schwarzmarkt zu erwerben, besteht auch die Alternative über eine Leiter zu mieten und mit deren Hilfe auf die Stadionmauer zu klettern und das Spiel von dort aus zu verfolgen.

Um das Stadion herum werden neben Trikots und Fanuntensilien (meist keine Original, sondern Kopien) Essen und Getränke verkauft die auch ins Stadion mitgebracht werden dürfen, was allerdings bei schlechten Spielen, zu mancher Wurfattacke führt.

Bei großen Spielen ist es den Fußballfans oft möglich kostenlos mit dem Zug zu einem Auswärtsspiel zu fahren. Auch vor Ort müssen die meisten Fans nicht viel Geld ausgeben. Oft stellen Fans der Heimmannschaft, die im Gebiet der gegnerischen Mannschaft arbeiten oder wohnen, den heimischen Fans Essen und Getränke zur Verfügung.

Bei wichtigen Spielen kommt es bei der Anreise häufig zu Unfällen, da einige Fans bei überfüllten Zügen auf dem Dach des Zuges sitzen und entweder herunterfallen oder aber durch einen Stromschlag verletzt werden.

Bei Fans, die nicht gern ins Stadion gehen und sich Spiele als Live-Übertragung im Fernseher anschauen, führen die in Indonesien häufigen Stromausfällen, zu regelmässigen Schimpftiraden vor dem Haus, während nach der Ursache des Ausfalls gesucht wird.

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